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Trinkgeld und Kreuzfahrt - gibt man Trinkgeld und wenn ja wie viel?

Die Sache mit dem Trinkgeld wird, ganz allgemein, kontrovers diskutiert. Auch hinsichtlich einer Kreuzfahrt ist dieses Thema nicht klar - gibt man überhaupt etwas, muss man es und wenn ja - wie viel soll es sein?

Bei der Kreuzfahrt kommen einige Dinge zusammen. Da ist einmal der Fakt, dass man in der Regel von einer Art All Inclusive bzw. Pauschalreise sprechen kann. Und das hieße, dass alles im Reisepreis inbegriffen ist. Erschwert wird die Angelegenheit sogar dadurch, dass man sich im Rahmen einer Kreuzfahrt nicht selten in einem äußerst multikulturellen Bereich bewegt. Das spielt insofern eine Rolle, da dieses Trinkgeld-Thema in verschiedenen Kulturen ganz verschieden ausgelegt wird. In manchen gibt man etwas, in anderen etwas mehr während in anderen Kulturen Trinkgeld nicht bekannt ist oder gar unerwünscht.

Das Problem an sich ist bekannt und wurde von den Betreibern sogar aufgegriffen. Es gibt Reedereien, welche ein pauschales Trinkgeld ganz offiziell in den Reisebetrag einrechnen. D. h.: man gibt das Trinkgeld vorab per Bezahlung des Reisepreises. Typischerweise wird das z. B. so gehandelt bei Hurtigrouten, Crystal Cruises, Regent Seven Seas Cruises, Silversea Cruises, Carnival Cruises oder Seabourn Cruise Line.

Eine andere Lösung: Abbuchung vom Bordkonto

Eine andere durchaus praktikable Lösung ist eine tägliche Abbuchung vom Bordkonto. In diesem Fall wird jeden Tag ein bestimmter Betrag als Service-Pauschale extra abgebucht (typisch z. B. Norwegian Cruise Line, Cunard oder Royal Caribbean). Letztere bietet die Option, dass man die Pauschale gegen Ende der Reise einfach in einem Kuvert hinterlässt - auch keine ganz schlechte Lösung, ähnliches kennt man klassisch vom Hotelbesuch.

Gibt es keine Lösungsvorgabe von Betreibern, wird die Sache schwierig. Sprecher von Gesellschaften weisen gerne darauf hin, dass ein Gast jederzeit ein extra Trinkgeld geben kann wenn er sehr zufrieden ist mit einer Dienstleistung. Das Dilemma für den Gast: gibt er kein Trinkgeld, würde das Unzufriedenheit signalisieren. Gibt er zu wenig, wirkt das auch schlecht. Von daher ist diese Lösung nicht optimal.

Ein Problem ist dabei auch die klassische Frage, wie hoch denn ein Trinkgeld sein soll. Bei uns verbreitet ist die 10Prozent Regel - d. h. man gibt in der Regel 10 Prozent vom Rechnungsbetrag extra als Trinkgeld. Für US-Amerikaner wirkt das typischerweise extrem knauserig, dort ist man spendabler. In vielen asiatischen Ländern dagegen wären selbst 10 Prozent zu viel, da man dort ein Trinkgeld nicht kennt bzw. dieses sogar als beleidigend aufgefasst werden könnte.

Fazit

Also: die gute Lösung gibt es zum Thema Trinkgeld nicht. Tatsächlich erscheint eine feste Servicepauschale als ein guter Mittelweg. Wer dann noch etwas on top geben will, kann das tun - muss es aber nicht. Und diese Entscheidung sollte sich nicht auf den Service am Kunden auswirken.