Auf Kreuzfahrt mit dem Hund
Ein 'altes' Thema dreht sich um die Frage, was während des eigenen Urlaubs mit dem Haustier geschieht. Wer kümmert sich darum und wie? Ist es möglich, das Haustier einfach mitzunehmen? Gerade die Frage nach der Mitnahme dürfte dabei vor allem bei einem Tier eine besonders große Rolle spielen: dem Hund.
Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber meines Wissens gibt es in Deutschland ca. 9 Millionen Hundebesitzer. Für das Gros dieser Menschen ist der Hund mehr als 'nur ein Haustier', daher macht man sich umso mehr Gedanken darum, was mit dem Tier während des Urlaubs passiert. Der Hund ist oft, mehr oder weniger, Teil der Familie und alleine deshalb sollte der Hund dann auch mit auf die Reise gehen.
Das wiederum ist nicht immer so einfach. Das fängt schon an bei der Frage der Anreise und es endet bei der Frage, ob die Unterkunft auch für Hunde möglich ist.
Bei der Kreuzfahrt kommen viele dieser Probleme zusammen. Und dabei gibt es, so sehen es viele Anbieter, einige Gründe gegen die Mitnahme eines Hundes. AIDA z. B. gibt ganz allgemein zu bedenken:
- die Mitnahme von Hunden kann mit den Hygienevorschriften an Bord kollidieren
- die Einreise- und Quarantäneregeln in manchen Ländern können Probleme bereiten
- da Kreuzfahrtschiffe typischerweise nicht 'hundefreundlich' gebaut werden, kann die Mitnahme zu Sicherheitsrisiken führen
- da die freien Außenflächen begrenzt sind, ist der Auslauf für den Hund typischerweise sehr begrenzt
- die ganze Atmosphäre (Geräuschkulisse...) kann großen Stress für Tiere bedeuten
Das sind nachvollziehbare Gründe, auch wenn man die Gründe (sinnvollerweise) ausblendet, wenn man von Blindenhunden bzw. Assistenzhunden spricht. Man muss allerdings in diesen Fall auch anerkennen, dass diese Hunde aufgrund ihrer Ausbildung zweifellos stressresistenter sind und einige der Ablehnungskriterien bei diesen Hunden weniger gegeben sind.
Am Ende sieht die Sache aber so aus: das Gros der Reedereien schließt die Mitnahme von Hunden grundsätzlich aus, manche machen Ausnahmen bei Assistenzhunden.
Schauen wir uns zunächst die Situation mit den erwähnten Blinden- und Führhunden an.
Blinden- und Assistenzhunde auf Kreuzfahrtschiffen
Wie erwähnt ist die Situation bezogen auf anerkannte Blinden und Assistenzhunde etwas anders. Hier bieten auch Reedereien, welche ansonsten die Mitnahme von Hunden generell ausschließen, unter Umständen die Möglichkeit zur Mitnahme an. Es gibt jedoch Reedereien, welche auch hier keine Ausnahme zulassen. So oder so muss man diese Hunde vorab anmelden und dann erst einmal auf die Erlaubnis der Reederei warten. Darüber hinaus wird meist erwartet, dass man in diesem Fall zwingend eine Außenkabine mit Balkon bucht. Man muss zudem mit der Einschränkung leben, dass die Hunde möglicherweise nicht bei allen Landausflügen mit an Land dürfen und man muss folgende Papiere vorlegen:
- Blindenführhundeausweis
- Impfausweis des Hundes
- EU Heimtierausweis mit Mikrochipnummer
- Internationales Gesundheitszeugnis
- Behindertenausweis des Gastes
- ausgefüllten Fragebogen zur Barrierefreiheit
Reedereien, welche auf Antrag Assistenzhunde akzeptieren wären meines Wissens z. B.
AIDA Cruises, Norwegian Cruise Line, Carnival Cruise Line, Costa Kreuzfahrten, Disney Cruise Line, Explora Journeys, Holland America Line, MSC Cruises, Regent Seven Seas Cruises, Silversea.
Die Ausstattungen für den Hund sind dabei von Anbieter zu Anbieter sehr verschieden. Man sollte sich dazu im Vorfeld gründlich informieren.
Bei manchen Reedereien sind nach meinem Kenntnisstand auch Assistenzhunde nicht erlaubt. Dies hängt oft zusammen mit dem Umstand, dass Schiffe von vorne herein nicht barrierefrei sind. Namen wären hier Nicko Cruises und Phoenix. Grundsätzlich ausgeschlossen wird das Thema, soweit mir bekannt ist, von TUI Cruises, Hapag Lloyd Cruises, Ponant, Star Clippers, A-ROSA, Plantours, Compass Kreuzfahrten und Sea Cloud Cruises.
Wie erwähnt ist es - so oder so - wichtig, sich vorab direkt bei der Reederei zu dem Thema zu erkundigen.
Welche Reedereien erlauben die Mitnahme von Hunden
Es gibt mittlerweile Reedereien, welche sich intensiv mit dem Thema befasst haben und die Schiffe so eingerichtet haben, dass man einen Hund mitnehmen kann. Man muss aber dennoch konstatieren, dass diese eher Ausnahmen sind. Klassisch werden als Beispiele genannt 1AVista, manche Fährlinien wie Stena oder Color Line (Mitnahme hier aber i.d.R eher bei Überfahrten und Minikreuzfahrten und dann nur im Auto), Cunard (nicht alle Schiffe und nur bestimmte Routen), Hurtigruten (nicht spezielle 'Expeditionsschiffe')
Während Fähranbieter wie Stena oder Color Line als 'Minikreuzfahrtanbieter' und primär Fährbetreiber die Mitnahme des Hundes sozusagen nur im bzw. auf dem Autodeck erlaubt oder Cunard wenige Routen v. a. auf der Queen Mary 2 anbietet und Hurtigruten ebenfalls nicht durchgängig ausgestattet ist, hat sich 1A Vista mit einigen Schiffen relativ früh auf dieses Themengebiet konzentriert. Man bietet (Bsp. MS Vista Classica) sehr viel für den Hund an, man hat die Anlegestellen und Zeiten so gewählt, dass die Möglichkeit zum Auslauf gut ist. Sofern der Hund an der Leine bleibt darf er in der Regel überall mit an Bord, es gibt sogar eine Art 'Hundewiese' an Bord.
Was unabhängig vom Anbieter immer bleibt, sind gewisse Grundpflichten und Einschränkungen:
- ob ein Hund mit an Land darf, hängt in der Regel vom jeweiligen Land und den dortigen Vorgaben ab.
- die allgemein notwendigen Dokumente und Bescheinigungen sind obligatorisch
- die Mitnahme eines Hundes muss in jedem Fall frühzeitig angemeldet werden
- so genannte 'Listenhunde' sind i.d.R. von der Mitnahme ausgeschlossen
Fazit
Die Mitnahme eines Hundes auf Kreuzfahrtschiffen ist zwar möglich, aber doch sehr sehr eingeschränkt. Unabhängig davon, ob nun eine Mitnahme erlaubt ist oder nicht, empfiehlt es sich in jedem Fall, sich frühzeitig vorab um die Sache zu kümmern. Egal um welche Art von Hund es sich handelt, sollte man immer frühzeitig anfragen, ob die Mitnahme grundsätzlich möglich ist und was dann zu beachten ist. Auch wenn auf dem Schiff der Hund erlaubt ist, verlangen Veranstalter in der Regel, dass der Hund gewisse Vorgaben erfüllt ('Stubenreinheit', 'Charakter' usw). D. h. um hier jedem möglichen Ärger vorzubeugen, ist eine möglichst frühe und intensive Erkundung bei der ins Auge gefassten Reederei praktisch unumgänglich. Ist man erst mal an Bord und das Tier macht Probleme, dann ist der Ärger vorprogrammiert und jegliche Urlaubsfreude mutmaßlich dahin. Das muss nicht sein.